ES gibt alternativen zur Lobau-autobahn
Der 2025 veröffentlichte Umweltbericht empfiehlt den kompletten Verzicht auf die Lobau-Autobahn bei gleichzeitigem massivem Ausbau des öffentlichen Verkehrs und intensiven verkehrslenkenden Maßnahmen.
Die Lobau-Autobahn „entlastet“ nicht, sondern verursacht noch mehr Verkehr und schaufelt noch mehr Pendler:innen und LKWs nach Wien. Eine neue Autobahn ist der perfekte Nährboden für weitere Fachmarktzentren und Shoppingcenter entlang der Strecke, die auf die Grüne Wiese gestellt werden. Diese ziehen wiederum noch mehr Verkehr an und produzieren Millionen Tonnen CO2 – ganz zu schweigen von der Zerstörung wertvoller Böden sowie den CO2-Emissionen, die durch die Beton- und Asphaltproduktion entstehen.
Klimaschädlich:
- Der Lobau-Tunnel würde täglich rund 60.000 Autos aufnehmen – mit zusätzlichen CO₂-Emissionen durch Fahrzeuge, Beton und Asphalt.
- Die Zementproduktion allein verursacht weltweit 8 % der Treibhausgase.
- Neue Straßen fördern Induced Demand: mehr Pendler:innen, mehr LKW-Verkehr, mehr Emissionen.
Umweltgefährdend:
- Der Tunnel durchschneidet Grundwasserströme, gefährdet den Nationalpark Donau-Auen und bedroht Flora, Fauna und die Biodiversität.
- Fruchtbare Böden werden versiegelt.
- Neue Shoppingcenter entlang der Autobahn verschärfen die Zersiedelung und ziehen zusätzlichen Verkehr an.
Überdimensioniert & unnötig:
- Die Stadtstraße Aspern ist vierspurig und autobahnähnlich, gebaut nur, um den Verkehr der Lobau-Autobahn aufzunehmen.
- Geringfügige Verkehrsentlastung könnte durch kleinere Straßen, öffentliche Verkehrsmittel und Radwege erreicht werden.
- Mehrere Milliarden Euro für ein Projekt ohne nachhaltige Verkehrslösung sind unverhältnismäßig.
Die ALTERNATIVEN
- Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel, Rad- und Fußwege
- Kleinräumige, flächendeckende Parkraumbewirtschaftung
- Maßnahmen, die echten Klimaschutz bringen, ohne Natur, Böden und Steuerzahler:innen zu belasten
Verkehrslenkende Maßnahmen in hoher Intensität:
- Verstärkter Ausbau des Radwegnetzes
- Erhöhung der fahrleistungsbezogenen Kosten für den Individualverkehr (Faktor 3,5 bis 2040)
- Maßnahmen zur Reduktion des stadtgrenzüberschreitenden Verkehrs
- Generelles Tempolimit 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf anderen Straßen
Güterverkehrsmaßnahmen:
- Förderung des schienengebundenen Güterverkehr
- Deutliche Verschiebung zur Schiene in der Verkehrsmittelwahl
Damit werden folgende Ziele erreicht:
- Trägt positiv zu Umweltzielen bei (Klima, Luft, Lärm, Verkehrssicherheit)
- Vermeidet Flächeninanspruchnahme und Biodiversitätsverluste
- Ist mit 0,4 Milliarden Euro die kostengünstigste Alternative
- Ermöglicht trotzdem ein hohes Mobilitätsniveau
- Unterstützt die Klimaziele auf Bundes- und Landesebene
Quelle:
Umweltbericht der SPV (Strategische Prüfung Verkehr) der Wiener Außenring-Schnellstraße Schwechat–Süßenbrunn vom Klimaministerium aus 2025.
Die SPÖ will Fakten schaffen
Öffis ausbauen – Jetzt, nicht erst 2030!
Die Öffis in Transdanubien müssen jetzt ausgebaut werden – und nicht erst am St. Nimmerleinstag, wie es Bezirksvorsteher Nevrevy gerne hätte. Unsere Vorschläge liegen seit langem auf dem Tisch, werden aber von der rot-pinken Stadtregierung beharrlich ignoriert. Nachdem 2022 die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in ganz Wien (und damit auch in der Donaustadt) eingeführt wurde, fordern wir:
- Radschnellwege: Ein dichtes Netz aus sechs Radschnellwegen im 22. Bezirk
- Ausbau der Öffis in Floridsdorf und der Donaustadt
- eine neue Straßenbahnlinie 22 vom Zentrum Kagran bis nach Großenzersdorf.
- die Verlängerung der Straßenbahnlinie 25 von der jetzigen Endstation in Aspern bis zur U2-Station Aspern Nord.
- Schnellbus 21A über die A22-Donauuferautobahn (Floridsdorf – Stadlau).
- Tempo, Tempo, Tempo: beschleunigte Straßenbahnen, schnellere Intervalle und kürzere Wartezeiten auf allen Straßenbahnen im 21. und 22. Bezirk
Aber auch bei der Schnellbahn gibt es noch Luft nach oben.
- Auf den Linien S1, S2, S3, S80 sollen rasch die Intervalle verkürzt werden.
- Die S80 soll nach Raasdorf verlängert werden und 2 neue Stationen erhalten (Raasdorf und Telephonweg).
- Mittelfristig soll eine neue Schnellbahnlinie (S10 – Meidling-Gänserndorf) auf bestehenden Gleisen von der S80 (Erzherzog Karl-Straße) mit neuen Stationen beim Gewerbepark Stadlau und beim Rautenweg zur Schnellbahnstammstrecke im Bereich Süßenbrunn führen.
Öffis Ausbauen ist um 100 Millionen EURO günstiger als die Stadt“strasse“
Und das Beste kommt am Schuss: Alle diese Maßnahmen kommen der Stadt Wien auf geschätzte Kosten von 350 Mio. Euro. Ein echtes Schnäppchen im Gegensatz zu den 460 Mio. Euro für 3,2km Stadtstraße. Wenn diese Maßnahmen endlich umgesetzt werden, ist auch eine Verkehrsberuhigung in den alten Donaustädter Ortskernen Hirschstetten, Stadlau, Aspern und Essling möglich. Dann wird es auch dort mehr Platz für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen geben. Und weniger Abgase und Lärm für die Wohnbevölkerung.

